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Tourismusverband der Stadt Bakar
Hrvatski English Ente turistico della citta di Bakar - Citta di Bakar Tourismusverband Der Stadt Bakar - German
Aufzeichnungen aus der Geschichte

WAS SCHRIEB DER BESTE FORSCHER DES KROATISCHEN KÜSTENLANDES ÜBER PONIKVE?

Interessiert Sie, wie Ponikve (die Doline) von einem Menschen erlebt wurden, der 1878-1912 679 Lehrausflüge durch ganz Kroatien machte und der alle Gebirgen in Kroatien umsah und nach dem einige Pflanzen- und Tierarten benannt wurden?

Dragutin Hirc (Hirtz) (Zagreb, 6.IV.1853 - Zagreb, 1.V.1921) war ein vielseitiger kroatischer Naturforscher, Botaniker, Zoologe, Lehrer, Bergsteiger und Reiseschriftsteller, der mit seinen Naturforschungen Kroatien verschuldete und derjenige, der mit seinem Buch „Das kroatische Hinterland“ eine tiefe Spur in kroatischer Landeskunde hinterließ.

Als Lehrer arbeitete er in vielen kroatischen Stӓdten und 1877 kam er nach Bakar und dabei besuchte er oft die benachbarte Doline, die er der See von Kukuljanovo nannte. Er erforschte ihre Besonderheiten. Es ist interessant zu sagen, dass er wӓhrend seines Dienstes in Bakar 10 000 getrocknete Pflanzen unter seine Brieffreunde – Botaniker sandte, die er mit seinen eigenen Hӓnden pflückte und so machte er sie mit der Flora von Bakar Gebiet und der Dolinen bekannt. Lesen Sie, was er über sie schrieb!

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„Es ist schön im Frühling oder im Herbst auf den See von einer Bergspitze zu schauen! Um dich herum steinige Spitzen, grüne Wӓlder, saftreiche Wiesen, und tief unter dich grünes Wasser, in dem sich die Küsten wiederspiegeln, die Wolken schwimmen, und nachts badet der Mond mit Sternchen. Das macht auf die Menschensseele einen großen Eindruck. Das alles macht noch majӓstetischer das besondere Gerӓusch des Wassers aus solcher Tiefe, wenn es sich einmal mit dem stillen Blubbern meldet und dann wieder stiller wird, als ob es mit dem Fließen aufhörte.“

„Auch im spӓten Herbst lohnt sich, hierher zu kommen, wenn anstatt des Wassers ein Nebel in den Dolinen ausgegossen wird. Man sagt, dass die Doline das ganze Jahr über mit dem Nebel verschleiert ist.“

„Jetzt verwandelt sich die ganze Doline in einen wunderschönen See, dem in unserer Heimat, der Lage nach keine Konkurrenz gibt. Das Wasser steigt 6-8 m, einmal überflutete es das kleine Dorf Ponikve. Das passierte am Festtag Andrijinje vor 65 Jahren und so steigt es bis Weihnachten dermaßen, dass die Einwohner ihre Hӓuser verlassen und die Fӓsser mit dem Seil binden mussten.“

„Wohin geht denn das Wasser heraus, das im See Kukuljansko jezero versinkt? Es dringt teilweise im Meer neben Bakar, unter die Hӓuser, die im Fuße der Spitze liegen, auf der eine Stadt entstanden ist. Hier geht es durch Löcher heraus und füllt die Bakar Quelle „Jaz“ und es ist so stark, dass von ihm fünf Rӓder der Mühlen von Bakar gedreht wurden. 1878, als es im September zu regnen anfing, regnete es abwechselnd bis zum Mai und das Wasser stieg sehr hoch, und Mali lug wurde noch im Juni überflutet. In der Wasserquelle „Jaz“ war das Wasser so groß, dass es überfloss, als man das Floß öffnete, obwohl es sonst durch zwei Kanӓle herausfließt.“

„Solche sind hydrographische Verhӓltnisse im Küstenland, wo ortsweise die Erde das ganze Jahr keine Trӓne des Wassers herauswirft. Es lӓsst sich nicht diesen Schmerz beschreiben, wenn ein Einwohner des Küstenlandes einsieht, wie ihm das nötige Wasser nutzlos in die Erde versinkt. Es lӓsst sich nicht die Zufriedenheit beschreiben, wenn Kukuljanovo den hundertstel Teil dieses Wassers hӓtte, die im See verloren geht.“

„Es lӓsst sich nicht dieses Gefühl beschreiben, das einen Menschen beherscht, wenn er den toten Karst verlӓsst, an die Kante des Sees Kukuljanovo kommt und das prӓchtige Tal Veli lug erblickt. Hier werden in Reihen kleine Ackerfelder ausgedehnt, auf denen Mais, Weizen, Gerste, Kartoffeln, Kohl und gelbe Bohnen trkljaš gepflanzt werden; es gibt im Erdboden oder auf den Hügeln kleine Spitzen und Weinberge und es fehlt auch nicht an Wӓlder. Früher war die ganze Doline mit dem Wald bewachsen, deren Reste im Namen Veli und Mali lug (Kroat. lug - šuma) aufbewahrt worden sind.“

„Hier habe ich mich immer gerne ausgeruht, als ich diese interessanten Landschaften besichtigte. Dieses Wӓldchen liegt mir meist am Herzen, weil auf seinen Wiesen viele der seltenen Pflanzen wuchsen. Kommst du hierher im April, überrascht dich die liebwürdige Stern-Narzisse (Narcissus radiiflorus) und wuchs auch Filzveilchen (Viola hirta) groß, Traubenhyazinthe (Muscari) und viele andere seltene Pflanzen.“

„Auf die Jagd war man in diese Gegend noch seit den Urzeiten gegangen und das Volk erinnert sich noch heute an den tüchtigen Jӓger, Banus Petar Zrinski. Indem er jagte, kam er eines Tages über die Dolinen Ponikve. Es war schon spӓt und der Fürst fühlte, dass er müde und hungrig war und dann traf er die Alte Vidaljka und fragte sie: „Hӓttest du Mütterchen was zum Essen?“ Vidaljka ging gleich ins Haus und und brachte ihm Essigfladenbrot. Der Fürst Petar fing an, mit Genuss leckeres Brot der Leibeigenen zu essen. Er bot es einem Diener an und er nahm es. Der andere Diener wollte es nicht probieren. Als der Fürst es sah, wurde er ӓrgerlich und sagte: „Nimm deinen Lohn, ich brauche dich nicht mehr. Bist du besser als dein Herr, wem das Brot der Leibeigenen schmeckt?“

„Sobald du aus dieser schwülen Tiefe hinauskommst, erblickst du sofort das Gebirge Učka und dort im Nordwesten die imposante kreisförmige Gebirgsmasse und die ganze Kette der steinigen Spitzen, die sich vor deinen Augen ausdehnen und im spӓten Frühling ist die Kappe des großen Risnjaks weiß. Geradeaus vor dir, befindet sich im dichten Grün Cernik, ferner davon Čavle und dann Grobnik. Nirgendwo im Küstenland sehen die Bergspitzen so malerisch aus wie von diesem Platz, wenn du aus dieser Tiefe aufsteigst.“